➽ Der Big Boss unter den Primitivi
➽ Hat jemand Antipasti gesagt?
➽ Von der Freundschaft gezeichnet
Oliven, gereifter Parmesan, frisches Baguette – und dazu einen Primitivo di Manduria Pendio Antico von Benedetto Lorusso! Mehr braucht es nicht für einen dieser ganz besonderen Abende, die nie enden wollen. Benedetto Lorusso baut diesen geselligen Italiener im Herzen Apuliens an. Der Weinberg Pendio Antivo liegt idyllisch, gut 450 Meter über dem Meeresspiegel.
Zu diesem Weinberg hat Benedetto eine ganz besondere Beziehung. Schon als kleiner Bambini flitze er durch die Weinreben, vorbei an dem für Apulien typische Trullo. Wie Zipfelmützen ragen die Dächer dieser kleinen Weinberghäuschen überall in der Region zwischen den Weinbergen hervor. In genau so einem Trullo wohnte Alberto Conti, der den Weinberg Pendio Antivo zu dem gemacht hat, was er heute ist: Eine Brutstätte für den wohl besten Primitivo überhaupt.

Wenn Bernedetto heute durch seinen Weinberg Pendio Antivo streift, erinnert er sich gerne an seine Kindheit und Alberto zurück. „Albertos liebte es, Leute um sich zu haben. Die Kinder aus dem Dorf sausten durch die Weinberge und naschten vom zuckersüßen Traubensaft, den Alberto immer in seinem Trullo für Gäste bereitgestellt hat.
Oft traf er während der Arbeit im Weinberg auf Pilger, die auf der Durchreise waren. Sie erzählten ihm Geschichten aus aller Welt – wenn auch oft mit Händen und Füßen. Einige blieben über Nacht, das Trullo stand allen Pilgern offen. Wenn diese sich morgens wieder auf den Weg machten, war Albertos schon lange wieder im Weinberg unterwegs.“

All das prägte Benedetto sehr. Daher war es für ihn auch klar, dass er den Weinberg von Alberto übernimmt, als er diesen nicht mehr bewirtschaften konnte. Doch es hat sich etwas verändert. Viele junge Menschen haben die Region vor langer Zeit verlassen. Nachwuchs für den Weinbau in Apulien zu gewinnen, gleicht der Suche einer Nadel im Heuhaufen. Einer Aufgabe, die Benedetto neben dem Winzerdasein mit Herzblut nachgeht.
Er ist als Dozent am interregionalen Konsortium für landwirtschaftliches Apulien, Basilikata und Kalabrien tätig. Den next generation Winzern lehrt er dort nicht nur „Önologische Pflanzen und Weinbereitungstechniken von Weißweinen“, „Techniken des Qualitätssicherungssystems“ und „Weinverkostungstechniken“. Er infiltriert ihnen auch die Magie Apuliens.
Als er so alt wie seine Studentinnen und Studenten war, studierte er ebenfalls Önologie. Das war vor vierzig Jahren. Danach arbeitete er bei der Winzergenossenschaft, der Cantina Sociale. Dann kam der Weinberg und die Arbeit als Dozent. Das reichte Benedetto aber nicht. Er ist ein Vielsasser, der es liebt, auf mehreren Partys gleichzeitig zu tanzen.
Als Kritiker ist er bei den Weinwettbewerben „Vinitaly“, „Verona Wine Trophy“, „Concour Mondial de Bruxelles“ und „Concour Rosè Mondial“ am Start. Zudem ist Benedetto als Prüfer am Agrarinstitut „ITS Basile Caramia“, Konsortium „DOCG Fiano“ und „Greco di Avellino“ sowie in der Weinbaukommission „Bari-Rates“ tätig. Und weil`s so schön ist: Als Mitglied der „Oenological Italian Association (AEI)“ setzt er sich dafür ein, einheimische Rebsorten wie den Primitivo zu kultivieren.
Wir geben’s zu: Wir sind schon ein wenig geflasht von Bernadetto und seiner Passion zu Apuliens Weinen. Von seinem Primitivo ganz abgesehen! Der ist der Inbegriff von Geselligkeit. Am besten probierst du ihn gemeinsam mit deinen Besten. Genug Redestoff bietet der Wein in jedem Fall!