Maria und Matteo lernten sich in ihrem Heimatort, einem kleinen Dorf südlich von Verona, kennen. Sie waren Anfang zwanzig, als sie ein Paar wurden – und auch wenn das reichlich jung ist, ist es fast ein Wunder, dass sie sich nicht schon eher gefunden hatten. Denn die beiden passten einfach perfekt zusammen. Ein bisschen verrückt waren sie, ein bisschen öko. Und sie liebten den Wein. Während ihre gleichaltrigen Freunde in jener Zeit aufbrachen, um die Welt zu bereisen, brachen die Maria und Matteo auf, um die Weine Italiens kennenzulernen.

Sie starteten ihre Weintour im Norden Italiens und reisten langsam immer weiter in den Süden. Manchmal halfen sie auf Bauernhöfen oder Weingütern aus und bekamen im Gegenzug freie Kost und Logis. Sie lernten unglaublich viel und sogen alles in sich auf. Ganz besonders hatte es ihnen ein Hof in Kalabrien angetan, auf dem mehrere Generationen unter einem Dach lebten und sich selbst versorgten. Von so einem Leben hatten Maria und Matteo irgendwie schon immer geträumt. Dass jemand diesen Traum lebte, hier, inmitten der zivilisierten Gesellschaft, fanden die beiden unglaublich faszinierend.
Und so war das Paar nach dieser Erfahrung irgendwie nicht mehr nur auf einer Weinreise, sondern insgeheim auch auf der Suche nach einer neuen Heimat, in der sie sich auch solch ein Leben ermöglichen konnten. Sie sprachen es nicht wirklich aus, denn keiner von ihnen hatte Erspartes und hätte es sich leisten können, ein Stück Land oder gar eine Immobilie zu erwerben. Aber irgendwie war klar, dass sie nicht mehr in ihr altes Leben zurückkehren würden.

Schließlich erreichten sie die südlichste Gegend Italiens und setzten nach Sizilien über. Sie waren vorher noch nie auf der Insel gewesen und waren ein bisschen geschockt darüber, wie konservativ die Italiener dort waren. Die Heilige Maria prangte von Gräbern, Häusern und aus Grotten und der Katholizismus schien allgegenwärtig.
Die beiden erklärten Atheisten Maria und Matteo hätten der Insel vielleicht bald wieder den Rücken gekehrt, wäre da nicht er gewesen: Der Ätna. Mächtig protzte er über Catania und dem Meer. Am Tag stieg schwarzer Rauch von ihm auf und in der Nacht sah man die glühende Lava leuchten. Maria und Matteo waren zutiefst fasziniert.
Sie hatten bereits davon gelesen, dass am Ätna auch Wein angebaut wurde, und dass dieser durch den vulkanischen Boden einen ganz besonderen Charakter hatte. Sie machten sich also auf die Suche nach den Weingütern am Ätna und fanden diese auch. Einige von ihnen wurden von großen Weinmanagern betrieben, die vom Festland gekommen waren, um im Geschäft mit dem Vulkan-Wein mitzumischen. Andere waren kleine, einheimische Winzer. Und dann fanden Maria und Matteo den Ort, auf den sie irgendwie die ganze Zeit gewartet hatten. Oder hatte der Ort auf sie gewartet?
Wie auch immer – der Ort ihrer Träume befand sich auf etwa 700 Metern Höhe am Nordhang des Ätna. Er bestand aus einem verlassenen Hof und verbrannten Weinhügeln, die wohl einem Vulkanausbruch zum Opfer gefallen waren. Anscheinend hatte niemand große Lust gehabt, das Anwesen nach der Zerstörung wieder herzurichten.

Maria und Matteo fanden heraus, wem das Grundstück gehörte und suchten den Besitzer auf. Sie konnten ihr Glück kaum fassen, als der Eigentümer den Spottpreis nannte, zu dem er verbrannte Stück Erde verkaufen wollte. Durch die Nähe zum Krater des Ätna war es in seinen Augen völlig wertlos – schließlich konnte es nicht lange dauern, bis der Vulkan wieder ausbrach und erneut alles zerstörte.
Maria und Matteo fürchteten sich nicht vor der Naturgewalt des Ätna – im Gegenteil, seine mächtige Gegenwart machte den Ort erst so magisch für sie. Mit finanzieller Hilfe der Eltern konnte das junge Paar das verlassene Gut erwerben und wieder aufbauen. Sie pflanzten Permakulturen zur Selbstversorgung und rote Rebsorten zur Weinproduktion.
Nach einigen Jahren hielten Maria und Matteo die erste Flasche „Campo di Fuoco“ Wein in den Händen. Wow, hatten sie sich diesen Traum wirklich erfüllt? Ja, das hatten sie – mit viel Fleiß und dem sturen Glauben an das Unmögliche! Aber nicht sie alleine haben die Campo di Fuoco Weine zu dem gemacht, was sie sind. Auch der Ätna höchstpersönlich hat dazu beigetragen: Die Asche, die er permanent übers Land bläst, wirkt wie ein natürlicher Dünger. Deswegen ist das Land an seinen Hängen grün und fruchtbar.
Der Boden aus Vulkangestein versorgt die Reben mit einzigartigen Mineralien, die so nur in der erkalteten Lava vorkommen. Und so entstehen auf dem Feld des Feuers einzigartige, fesselnde Tropfen aus den roten Trauben Nero d`Avola, Syrah und Grillo. Mit jedem Jahrgang werden sie noch ein bisschen besser und tragen immer mehr von dem ganz besonderen Ätna-Charakter in sich. Dazu gesellen sich die anderen Düfte Siziliens, wie zum Beispiel der von Orangen, Zitronen oder Stechginster.
Ihr Dasein, die Weinproduktion und die Permakulturen – all das ist ein Geschenk des Ätnas, das er sich jederzeit wieder holen kann. Das ist Maria und Matteo immer bewusst – und sie versuchen deswegen vor allem eines: ein glückliches Leben zu führen. Wenn der Wein, den sie dazu trinken, von den eigenen Weinbergen stammt – umso besser. Glücklicherweise trinken die beiden genügsamen Winzer ihren Wein nicht nur selbst, sondern verkaufen ihn auch.
Willst du wissen, wie der Ätna schmeckt? In Campo di Fuoco Weinen steckt die ganze Bandbreite an vulkanischen Einflüssen – ungefiltert. Denn Maria und Matteo sehen den Ätna nicht als Feind oder Bedrohung, sondern leben in Einklang mit ihm und nehmen dankend an, was er ihnen gibt. Und ihren Weinen.